Orgelreisen

Seit einigen Jahren organisieren wir zusätzlich zu den Konzertaktivitäten Orgel- und Kulturreisen in die wichtigsten Orgelregionen Europas. Ziel ist es, die Teilnehmer und Teilnehmerinnen für den Reichtum und die Vielfalt des europäischen Orgelkulturerbes zu sensibilisieren und dieses gleichzeitig im Kontext ihres jeweiligen regionalen Umfelds erlebbar zu machen.

Sietze de Vries
Sietze de Vries

Unser Reisekonzept richtet sich bewusst an jedermann, man muss kein „Orgelexperte“ sein. Die fachliche Leitung liegt jeweils in den Händen des renommierten Organologen und Orgelbauers Bernhardt Edskes. Musikalischer Begleiter ist der niederländischer Konzertorganist Sietze de Vries, der es mit seiner Improvisationskunst und seiner Erfahrung im Umgang mit historischen Orgeln wie kaum ein zweiter versteht, diese zum Sprechen zu bringen und ihren jeweils besonderen Charme zu entfalten. Lesen Sie Rückblicke zu vergangenen Reisen und im Folgenden das Programm der nächsten Orgelreise.

Orgelreise 2020: Ostfriesland

Mit einem Bestand von rund 90 bedeutenden historischen Orgeln aus sechs Jahrhunderten zählt die im äussersten Nordwesten Deutschlands gelegene Region zu den reichsten Orgellandschaften der Welt. Hier kann die Entwicklung der Orgelkunst von der Spätgotik bis in die Gegenwart authentisch nachvollzogen werden. Einflüsse aus den Niederlanden, Norddeutschland und Westfalen tragen zu einer grossen klanglichen und gestalterischen Vielfalt bei. Hervorzuheben sind u.a. die 1686-1692 von Arp Schnitger erbaute Orgel der Ludgerikirche in Norden, die gotische Orgel in Rysum (um 1440), die Renaissance-Instrumente von Uttum und Osteel sowie die Orgeln der Schnitger-Schule in Dornum und Marienhafe. „Empfindsame“ Farben steuern  die Instrumente von Friedrich Wenthin bei, die das Ende des Barockzeitalters markieren.

Ostfriesland ist eine Kulturlandschaft mit ganz eigenem Charakter, der sich besonders in den pittoresken Sielhäfen wie Greetsiel erleben lässt. Roter Backstein prägt die Architektur der zahlreichen, überaus eindrücklichen mittelalterlichen Kirchen, die zum Schutz vor Sturmfluten zumeist auf künstlichen Hügeln, den sog. Warften errichtet wurden. Ihre hohen Türme dienten – wie etwa in Pilsum und Marienhafe – nicht zuletzt als Leuchtfeuer für die Schifffahrt.

Zum Erlebnis Ostfriesland gehört auch der seit 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe zählende Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Die Einmaligkeit dieser von Salzwiesen, Sand und Dünen geprägten amphibischen Landschaft lässt sich besonders intensiv auf einer der dem Festland vorgelagerten Inseln erfahren. Die enge Verbindung zum Meer zeigt sich schliesslich auch in der Ess- und Trinkkultur Ostfrieslands. Omnipräsent ist v.a. der von den ikonischen Krabbenkuttern gefischte „Granat“. Zu den Klassikern der ostfriesischen Küche zählen darüber hinaus das Labskaus als traditionelles Seemannsgericht, die mit Rum-Rosinen zubereitete Ostfriesentorte sowie vor allem die seit dem 17. Jahrhundert gepflegte Teekultur. Aufgrund ihrer identitätsstiftenden Funktion wurde sie 2016 sogar als immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt.

Reisedaten: Sonntag, 19. April bis Sonntag 26. April 2020

Unterkunft: ****Hotel Reichshof in Norden

Weitere Informationen: info@duebendorfer-abendmusiken.ch