Passionskonzert

Sonntag, 28. März 2021

Kirche Maria Frieden

«In cruce vulneratum» – Musik für Palmsonntag aus dem Spanien des Siglo de Oro

Ensemble La Boz Galana

Aura Gutiérrez (Cantus)
Javier Robledano (Altus)
Matthieu Romanens (Tenor)
Sebastián León (Bassus)
Teresa Ortner (Dulzian und Zink)
Louis Capeille (Spanische Harfe)
Dirk Trüten (Orgel)

Werke von Cristóbal de Morales, Tomás Luis de Victoria, Francisco Guerrero, Alonso Tejeda, Antonio de Cabezón und Luis Venegas de Henestrosa

„El Siglo de Oro“, das goldene Zeitalter Spaniens, bezeichnet die Jahrzehnte um 1600, in denen die spanische Kunst ihren Höhepunkt erlebte. So erfreut sich etwa die Malerei von El Greco, Velázques oder Murillo bis heute grosser Wertschätzung; auch der der „Ritter von der traurigen Gestalt“ zählt zu den bekanntesten literarischen Werken überhaupt. Hierzulande weniger bekannt, aber ebenso aussergewöhnlich ist die durch eine höchst verfeinerte Kultur des mehrstimmigen Gesangs geprägte Musik des Siglo de Oro. Als ihr Begründer gilt Cristóbal de Morales, der zunächst an Sixtinischen Kapelle in Rom und in späteren Jahren u.a. an der Kathedrale von Toledo wirkte. Bereits zu seinen Lebzeiten wurde er „luz de España en la música“ genannt. Einen Höhepunkt des mehrstimmigen Figuralgesangs überhaupt bildet das 1585 publizierte Officium Sanctae Hebdomadae von Tomás Luis de Victoria, der ebenfalls sowohl in Rom als auch in Spanien wirkte. Das Werk enthält 37 Einzelgesänge zu den Tenebrae, die in der Matutin der Karwoche jeweils frühmorgens zu singen waren. In ihrer düsteren Intensität gehören diese Lamentationen zum Eindrucksvollsten, was in dieser Gattung geschaffen worden ist. Anders als Morales und Victoria beschränkte sich das Wirken von Francisco Guerrero auf seine spanische Heimat. Dessen ungeachtet erlangte auch er schon zu Lebzeiten internationale Reputation.

Neben der Vokalpolyphonie erlangte auch die Orgelkunst im Spanien des Siglo de Oro grosse Bedeutung. Insofern ist v.a. Antonio de Cabezón zu nennen, dessen tientos (instrumentale Motetten, verziert und modifiziert durch die technischen Möglichkeiten des Tasteninstruments) zu den bedeutendsten ihrer Art zählen.

Mit dem Ensemble La Boz Galana dürfen wir eine der derzeit führenden Formationen auf dem Gebiet der spanischen Renaissance- und Barockmusik begrüssen. Das Ensemble wurde 2011 von Absolventen der Schola Cantorum Basiliensis gegründet. La Boz Galana tritt regelmässig bei internationalen Festivals wie Vochora, Froville, Musicales de Redon auf. Ein Programm mit Villancicos und geistlicher Musik des spanischen Komponisten Matías Durango erschien 2015 bei dem spanische Label Lindoro auf CD. 2020 kamen zwei weitere Aufnahmen hinzu, die beide von der Kritik sehr positiv aufgenommen wurden: „D’Amor mormora il vento“ (Ramée) mit spanischen und italienischen Liedern und Tänzen aus dem 17. Jahrhundert und „Los ecos de Manzanares“ (Brilliant Classics), mit Liedern aus dem Cancionero de la Sablonara.