„Natalitia Sacra“ – Lübecker Weihnachtsvesper 1682

Sonntag, 15. Dezember 2019 (18.00 Uhr)

Lazariterkirche Gfenn

Eva Soler (Sopran)
Roman Melish (Altus)
Matthieu Romanens (Tenor)
Sebastián León (Bariton und Leitung)
Berta Ares (Barockgeige)
Marta Ramírez (Barockgeige)
Filipa Meneses (Violone)
Parsival Castro (Theorbe)
Dirk Trüten (Orgel)

Zeno Cavigelli (Wort)

 Werke von Dietrich Buxtehude, Michael Vulpius, Giovanni Rovetta, Michael Praetorius, Heinrich Schütz, Johann Hermann Schein, Sethus Calvinius

Dietrich Buxtehude war der wohl bedeutendste Komponist im deutschsprachigen Raum am Ende des 17. Jahrhunderts. Als Organist und Werkmeister prägte er seit seinem Amtsantritt 1667 das musikalische Leben an der Lübecker Marienkirche. Neben den „Abendmusiken“, die auch unserer Dübendorfer Konzertreihe den Namen gegeben haben, oblag ihm u.a. die Gestaltung der nachmittäglichen Vespern an hohen kirchlichen Feiertagen.

Einen faszinierenden Einblick in die ansonsten unbekannte Musizierpraxis jener Zeit gewährt uns ein Textbuch mit dem Programm der Weihnachtsgottesdienste 1682/83. Dieses einzigartige Dokument ist betitelt „Natalitia Sacra, oder Verzeichnüs aller Texte, Welche in bevorstehenden Heiligen Festen, als Weinachten, Neuen Jahr und Heil. Drey Könige allhie zu St. Marien sowohl Vor- als Nachmittag, theils vor und nach den Predigten (…) mit genugsamer Vocal-Hülffe sollen musiciret werden“. Zusammen mit den erhaltenen Notenbeständen der Marienkirche erlaubt es die hypothetische Rekonstruktion einer Weihnachtsvesper, wie sie zu Buxtehudes Zeiten in Lübeck erklungen haben könnte. Dabei erklangen sowohl gross besetzte Motetten damals schon älterer Meister wie Rovetta oder Praetorius, solistisch konzipierte „moderne“ Musik von Buxtehude selbst sowie mehrstimmig gesetzte Weihnachtschoräle norddeutscher Tradition. Diese Vielfalt macht die Lübecker Weihnachtsvesper von 1682 auch heute noch zu einem besonderen Musikerlebnis. Die Realisierung dieses aussergewöhnlichen Projekts liegt in den Händen des aus Absolventen der renommierten Schola Cantorum Basiliensis bestehenden Barockensembles convivium musicum. Das Ensemble widmet sich intensiv der Alten Musik und vereint hochqualifizierte Solistinnen und Solisten zu einem sinnlichen, homogenen Ensembleklang.

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